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Donnerstag, 17. Mai 2012

Morbus Crohn: DFG-Schwerpunktprogramm soll Wirkung von Darmbakterien auf Immunsystem aufklären


Prof. Dirk Haller koordiniert das DFG-Programm. Foto: Astrid Eckert / TUM

(pm). Eine Billion Bakterien pro Quadratmeter – das mikrobielle Öko- system im Darm ist komplex und beeinflusst die Gesundheit. Die Ent- stehungsmechanismen von entzündlichen Darmerkrankungen und die Anfälligkeit für Infektionen stehen im Mittelpunkt eines neuen Schwerpunktprogramms, dessen Einrichtung die Deutsche For- schungsgemeinschaft (DFG) beschlossen hat. Die Koordination übernehmen Prof. Dirk Haller von der Technischen Universität Mün- chen (TUM) und Prof. Ingo Autenrieth von der Eberhard Karls Uni- versität Tübingen. Ab Anfang 2013 soll das Programm gemeinsam mit neun weiteren DFG-Schwerpunkten seine Arbeit aufnehmen.

Freitag, 11. Mai 2012

Morbus Crohn: TSO-Studie an der Klinik für Naturheilkunde in Essen

(red). Am 1. Februar 2012 veröffentlichten wir hier im MC-Blog ein Interview mit Prof. Dr. med. Jost Langhorst von der Klinik für Natur- heilkunde an den Kliniken Essen-Mitte (siehe Beitrag: „Eine zentrale Frage ist, wie der betroffene Patient seine eigenen Ressourcen nut- zen kann, um seine Gesundheit zu unterstützen“). Dieses Interview wird von unseren Lesern auch weiterhin sehr oft aufgerufen. Derzeit dreht sich in der Klinik für Naturheilkunde einiges um eine innovative Behandlungsmöglichkeit chronisch entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn (MC): Die Rede ist von Eiern des Schweinepeit- schenbandwurms, die eine positive Wirkung zeigen.

Donnerstag, 26. April 2012

Morbus Crohn: Wie probiotische Bakterien vor Entzündungen im Darm schützen


Blick durch das Lasermikroskop: Wo (hier grüngefärbte) Chemokine auftreten, 
ist das Darmgewebe besonders entzündet. Bild: TUM

(pm). Einige Milchsäurebakterien können Entzündungen lindern und so Magen- und Darmbeschwerden vorbeugen. Warum das so ist, war bislang unbekannt. Wissenschaftler um Prof. Dirk Haller (Technische Universität München, TUM) haben nun den biochemischen Mecha- nismus entschlüsselt, der hinter der Schutzwirkung der Bakterien steckt. In Versuchen mit Mäusen konnten die Forscher zeigen, dass Lactocepin – ein von bestimmten Milchsäurebakterien produziertes Enzym – gezielt entzündungsfördernde Botenstoffe abbaut. Mit dem Wissen um die Wirkung der Mikroorganismen lassen sich neue thera- peutische Ansätze für chronische Darmerkrankungen entwickeln, sind sich die Forscher sicher.

Freitag, 20. April 2012

Neue Entdeckung: Mikroorganismen entscheiden über die Entstehung von chronisch entzündlichen Erkrankungen wie z.B. Rheuma oder Morbus Crohn


Campus Charité Mitte. Foto: Charité - Universitätsmedizin Berlin

(pm). Wenn die richtigen Mikroorganismen am Werk sind, können Immunzellen, die an der Entstehung von Autoimmunerkrankungen (z.B. Schuppenflechte, Multiple Sklerose, Arthritis) beteiligt sind, antientzündliche Eigenschaften entwickeln. Diese Entdeckung machten jetzt Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Institute for Research in Biomedicine (Bellinzona, Schweiz). Ihre Arbeit wurde vor kurzem im Wissenschaftsjournal „Nature“ veröffentlicht. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass bestimmte Pilze Immunzellen, die an der Entstehung dieser Erkrankungen beteiligt sind, aktivieren, während andere Mikroorga- nismen, insbesondere Bakterien, die natürlicherweise unsere Haut besiedeln, ihnen eine antientzündliche Funktion verleihen. „Damit zeigt sich nicht nur, dass die Zusammensetzung unserer Mikroflora einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung chronischer Er- krankungen hat, sondern auch, dass die entscheidenden krankheits- verursachenden Zellen einen antientzündlichen ‚Zwilling‘ entwickeln können“, erklärte Dr. Christina Zielinski, die Erstautorin der Studie.

Dienstag, 10. April 2012

Auf dem Weg zu neuen Therapien gegen chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Matthias Lochner erhält Förderung der "Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung"


Dr. Matthias Lochner erforscht die Auslöser von CED. Foto: TWINCORE

(pm). In Deutschland leiden über 300.000 Menschen an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Dr. Matthias Lochner erforscht die Ursachen dieser Autoimmunerkrankung am TWINCORE (gemeinsame Einrichtung der Medizinischen Hochschule Hannover und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, Anmerk. d. Red.) und wird darin in den nächsten zwei Jahren von der Novartis-Stiftung (Nürnberg) unterstützt: 100.000 Euro stellt die Stiftung für die Entwicklung neuer Therapien zur Verfügung, denn, "es handelt sich beim Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa keineswegs um Bagatellerkrankungen", sagt Dr. Andreas Kreiß, Geschäftsführer der Stiftung.

Samstag, 7. April 2012

Bewerbungsfrist für das Förderprogramm 2012 der Stiftung Darmerkrankungen endet am 30. April

(red). Die Förderprogramme der Stiftung Darmerkrankungen unter- stützen Betroffene wie auch Wissenschaftler sowie den medizini- schen Nachwuchs: An Morbus Crohn (bzw. Colitis ulcerosa) er- krankte Menschen, die krankheitsbedingt in ihrer beruflichen oder privaten Entwicklung beeinträchtigt sind, erhalten ebenso Stipendien wie innovative Projekte von Wissenschaftlern, die zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) forschen, sowie Medizin- studenten, die sich in ihrer ärztlichen Tätigkeit langfristig auf CED spezialisieren möchten. Bewerbungen für das Förderprogramm 2012 sind noch bis 30. April 2012 möglich.

Donnerstag, 29. März 2012

Neue Studie bestätigt: Früher Keimkontakt kann vor entzündlichen Darmerkrankungen schützen

(red). Kinder, die schmutzig von draußen heimkommen, leben gesün- der. Der Kontakt mit Keimen und Schmutz stärkt das Immunsystem und macht die Kleinen weniger anfällig für Krankheiten. Diese Hypo- these ist schon länger verbreitet, und wird nun durch eine neue Studie untermauert: So berichten Forscher im Fachjournal „Science“, dass früher Keimkontakt bei Mäusen Immunzellen reguliert und die Tiere vor Krankheiten wie Asthma oder entzündlichen Darmerkran- kungen schützen kann. Die Ergebnisse bestätigen die Annahme, dass diese Autoimmunkrankheiten durch eine möglichst keimfrei gehaltene Umgebung bei Säuglingen hervorgerufen wird. An der Studie waren Wissenschaftler der Universitätskliniken München und Kiel sowie der Harvard Medical School (Boston, USA) beteiligt. Sie weisen allerdings auch darauf hin, dass noch erforscht werden muss, ob diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind.

Dienstag, 20. März 2012

Forscher entdecken neuen Mechanismus, der zur Bildung von Blutgefäßen im Darm beiträgt. Erkenntnisse könnten u.a. in die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien bei Morbus Crohn einfließen!


Labor Immunologie. Foto: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Hartmann Fotodesign)

(pm). Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern des Centrums für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz hat einen neuartigen Mecha- nismus entdeckt, der zur Bildung von Blutgefäßen im Darm beiträgt. Dieser Mechanismus könnte sowohl bei der Absorption von Nähr- stoffen als auch bei verschiedenen Darmerkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Das Team unter Leitung von Prof. Fredrik Bäckhed (Universität Göteborg) hat seine Forschungsergebnisse jetzt im international bedeutenden Magazin „Nature“ veröffentlicht. Erstautor ist Dr. Christoph Reinhardt vom CTH. Die gewonnenen Erkennt- nisse könnten in Zukunft zur Entwicklung neuer Behandlungsstra- tegien bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und auch Fettleibigkeit beitragen.